September

Pilgerwanderung auf dem Münchner Jakobsweg 

Wir sind inzwischen (in 2 Abschnitten von 4 bzw.5 Tagen) zu fünft von München bis Marktoberdorf gekommen. 2015 und 2016 wollen wir jeweils nochmal 4 Tage pilgern und damit den Bodensee erreichen.Wer sich uns noch anschließen möchte, darf sich gerne melden. Infos per mail oder Telefon: b.schulz@gmx.de, 07183/42228

 

 

 

Erfahrungsbericht von einem Pilgertag in heimatlichen Gefilden:

Am 26.5. 2013 war ich mit 2 Frauen, die sich für die Pilgerwanderung im September interessierten, auf dem 20 km langen Jakobswegabschnitt von Oppenweiler nach Winnenden unterwegs.

Es hat an diesem Tag "nur einmal geregnet", jetzt sind wir auf jeden Fall mit allen Wassern gewaschen und haben das Gefühl, dass uns so leicht nichts mehr umschmeisst. Natürlich hatten wir den Wetterbericht gehört oder gelesen, aber, wie eine Mitpilgerin meinte: "Da müssen wir durch!"

Wir sind, nach Besichtigung der Jakobuskirche, um 9.45 Uhr in Oppenweiler gestartet, haben nach der halben Strecke in Allmersbach 70 Minuten im Warmen und Trockenen gesessen und gut gegessen - und waren dann ganz froh, dass es erst mal bergauf ging, damit wir uns wieder warm laufen konnten, denn jetzt haben sich die nassen Hosen doch recht unangenehm angefühlt, zumal es auch windig war. Weitere Pausen und auch die Jakobuskirche in Winnenden haben wir uns dann gespart (bzw. schon mal in Gedanken an den Anfang einer möglichen Anschlusstour gelegt), so haben wir den Bahnhof in Winnenden bereits um 15.25 Uhr erreicht.

Von da ging es mit der S-Bahn nach Backnang, wo wir am Morgen eins von zwei Autos stehen lassen hatten.

Erfahrungen daraus:

Wir haben für die 20 km weniger als 5 Stunden reine Gehzeit gebraucht. Sicher hätten wir bei anderm Wetter das eine oder andere Blümlein am Wegesrand genauer angeschaut und auch die Fotoapparate wären nicht im Rucksack verstaut geblieben. Ebenso hätten wir wohl unser Vesper und Getränk nicht wieder vollständig mit nach Hause gebracht, aber dann wäre es ja auch egal gewesen wenn wir 2-3 Stunden länger unterwegs gewesen wären.

Eine Mitpilgerin hatte Handschuhe dabei - und die erwiesen sich als ganz brauchbar. Ich jedenfalls habe am Fahrkartenautomat gemerkt, dass ich sehr klamme Finger hatte und es mit der Feinmotorik nicht mehr weit her war.

Wahrscheinlich wäre auch die Ski-Unterhose ganz angebracht gewesen - es hätte sich an den Schenkeln weit weniger nasskalt angefühlt.

Das soll jetzt aber niemanden dazu verleiten, seinen Rucksack für die 4-Tagestour im September zu überladen - je nach Großwetterlage können wahrscheinlich entweder Handschuhe oder Badeanzug daheim bleiben. Die Leggings sind aber immer ratsam, sei es als Unterhose, als Schlafanzug oder als Ersatzhose, wenn alles nass ist.

Jetzt noch eine persönliche Erfahrung zum Thema Socken: Ich hatte bisher nie so ganz spezielle Wandersocken, weil ich Naturfasern bevorzuge und die meisten überwiegend aus Synthetik sind.

Jetzt habe ich aber vor ein paar Wochen sehr speziell gestrickte Wandersocken aus ca. 70% Wolle gefunden. Sie hatten an diesem Tag die erste längere Tour zu überstehen - und sie haben diesen Test glänzend bestanden! Auf der einen Seite hatte ich immer warme Füße, obwohl sie pitschnass waren (was zu erwarten war, denn ich hatte sogenannte nässetaugliche Minimalschuhe an), auf der anderen Seite haben die Socken noch immer nicht das kleinste Loch

(dabei laufe ich alle linken Socken normalerweise in kürzester Zeit am Ballen durch) .

Was mir an Jakobswegen eigentlich nicht so gut gefällt, ist die Tatsache, dass ein relativ großer Streckenanteil aus befestigten Wegen besteht - aber an diesem Tag habe ich angefangen, den Sinn zu begreifen: Pilgerwege sind eben nicht nur Schönwetterwanderwege, und da schöne naturbelassene Abschnitte eben auch von Mountainbikern geliebt werden, können sie bei längerem Regenwetter durchaus zur Herausforderung werden und man freut sich direkt, wieder auf auf die Straße zu kommen.

Soweit der Erfahrungsbericht, ansonsten gilt einfach: ausprobieren und eigene Entdeckungen machen!